Die Metropole Ruhr ist bereits heute nach Berlin und München die
drittgrößte Wissenschaftsregion in Deutschland und hat das Potenzial
sich zu einer der führenden Wissenschaftsregionen Deutschlands zu
entwickeln. Fünf Universitäten, eine Kunsthochschule und 15 weitere Hochschulen mit
über 160.000 eingeschriebenen Studierenden sowie zahlreiche
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen machen das Ruhrgebiet zu einer
der dichtesten Forschungs- und Technologielandschaften in Europa. Was
diese Wissensregion auszeichnet, welche Schwerpunkte und
Entwicklungsperspektiven in ihr stecken, zeichnet der neu erschienene,
aktualisierte und erweiterte Wissenschaftsatlas Metropole Ruhr nach. Er
lässt die vielfach vernetzten Stärken und Potenziale des Ruhrgebiets als
Wissenschaftsstandort weithin sichtbar werden.
Dass Marc Levine als Humboldt-Professor 2009 nach Essen kam, konnte eigentlich nur außerhalb der Fachwelt erstaunen. Aus Boston, einem Weltzentrum der Mathematik, ist Levine, einer der weltweit führenden Mathematiker, ins Ruhrgebiet gekommen.
Die Öffentlichkeit hat im vergangenen Jahrzehnt die Bildung und Erziehung zunehmend als zentrales Thema für sich wiederentdeckt. Die auf breiter Ebene geführte Diskussion darüber ist mehr als angemessen, nachdem das Thema und die handelnden Personen in Wissenschaft und Praxis über lange Zeit eher unbeachtet geblieben sind. Aber aufgrund der Ergebnisse der ersten PISA-Studie, des „Programme for International Students Assessment“ Anfang des neuen Jahrtausends richtete sich das Interesse von heute auf morgen auf das Thema „Schule“. Geschah dies in der ersten Zeit ausschließlich output-orientiert – Stichwort „Schule als Kompetenztraining“ –, rücken mittlerweile auch die Rahmenbedingungen wieder in den Blickpunkt von Politik und Öffentlichkeit. Und gerade auf dem Gebiet der „Rahmenbedingungen“ des Lernens und Lehrens haben die Ruhrgebiets-Universitäten eine hohe wissenschaftliche Kompetenz, da sie sich beileibe nicht erst seit PISA mit Jugend- und Bildungsforschung auseinandersetzen.